Komondor

 
 

FCI Standard Nr. 53, 13. Sept. 2000 / D
Übersetzung: Frau Agnes Czékli
Datum der Publikation des gültigen Standards: 06. 04. 2000
Ursprungsland: Ungarn
Verwendung: Hirtenhund
Klassifikation FCI : Gruppe 1 Hüte - und Treibehunde ( ausgenommen Schweizer Sennenhunde ).
Sektion 1 Schäferhunde ohne Arbeitsprüfung

 

Kurzer geschichtlicher Abriss:

Der Komondor ist eine alteingesessene ungarische Hirtenhundrasse asiatischen Ursprunges. Seine ursprünglichen Vorfahren kamen aller Wahrscheinlichkeit nach mit den wandernden, als Nomaden von der Viehzucht lebenden Altmagyaren in Karpatenbecken.

 

Allgemeines Erscheinungsbild:

Der Komondor ist gross gewachsen und kräftig gebaut. Die gewinnende äussere Erscheinung und die würdevolle Haltung wecken im Beobachter ehrfurcht, eventuell auch Angst. Er ist von Natur nicht einschmeichelnd. Der robuste Körper ist mit verfiltzem, zottigem durchwegs dichtem, langem Haar bedeckt. Der Körper bildet von der Seite gesehen ein vom Quadrat geringfügig abweichendes, liegendes Rechteck. Der dicht behaarte Kopf überragt den Körper. Die Rute wird hängend getragen, wobei das Rutenende nahezu zur Horizontalen aufgebogen ist. Das Haarkleid ist elfenbeinfarbig.

Wichtige Proportionen

Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe geringfügig.

Der Brustkorb entspricht in etwa der Hälfte der Widerristhöhe

Der Fang ist etwas kürzer als die Hälfte der Kopflänge.

 

Verhalten/Charakter (Wesen)

Er ist von unerschütterlicher Tapferkeit bei der Bewachung und der Verteidigung der ihm anvertrauten Viehherde, seines Besitzers und des Hauses seiner Herren. Er greift lautlos und verwegen an. Er betrachtet sein Revier als ihm gehörend, in dem er kein fremdes Lebewesen duldet. Seine Grundhaltung ist misstrauisch. Tagsüber liegt er gerne so, dass er das Areal kontrollieren kann. Während der Nacht ist er ständig in Bewegung.

 

Kopf

Breit, in guter Proportion zum Körper. Auch die dichte schirmförmige Behaarung macht ihn nicht disproportioniert.

 

Oberkopf

Schädel: Gewölbt. Die Augenbrauenbogen sind gut entwickelt.
Stop: gut ausgebildet, aber nicht zu steil.

 

Gesichtsschädel

Nasenschwamm: Er ist gerade und stumpf geschnitten, schwarz.
Fang: Nicht spitz zulaufend. Nasenrücken gerade.
Lefzen: Schwarz. Sind fest am Gebiss öund den Kieferknochen anliegend.
Maulwinkel gefranst.
Kiefer / Zähne: Kiefer sehr üppig bemuskelt, kräftig und mächtig; regelmässiges und der
Zahnformel entsprechend vollzahniges Scherengebiss.
Backen: Breit und mittellang.
Augen: Horizontal eingesetzt, dunkelbraun. Die schwarzen Augenlidränder liegen dem
Augapfel fest an.
Ohren: Am gewölbten Schädel mittelhoch angesetzt; sie sind direkt und eindeutig hängend
und zeigen eine V - oder U - Form. Die Ohren werden weder bei Aufmerksamkeit
noch beim Angriff angehoben.

 

Hals

Sehr gut bemuskelt. Er bildet mit der Horizontalen einen Winkel von 35°. In der Ruhe und in friedlicher Situation wird er fast in der Fortsetzung der Rückenlinie getragen. Er ist eher kurz als mittellang. Ohne Wamme und ohne Halskrause.

 

Körper

Obere Profillinie: Die Körperteile, welche die Oberlinie bilden, sind breit und reichlich
bemuskelt.
Widerrist: Genügend lang, vorne ausgeprägt.
Rücken: Kurz.
Lenden: Mittellang.
Kruppe: Breit, mittellang, leicht abfallend.
Brust: Breit, kräftig bemuskelt.
Brustkorb: Mitteltief, breit, lang.
Bauch: Leicht aufgezogen.

 

Rute

Tief angesetzt, eindeutig hängend, das Rutenende zeigt eine leichte Krümmung nahezu zur Horizontalen. Es ist erwünscht, dass die Rute bis zum Sprunggelenk reicht. Im Zustand der Erregung hebt der Hund die Rute höchstens bis zur Höhe der Rückenlinie an.

 

Gliedmassen

Vorderhand: Die Beurteilung der Gliedmassen wird in grossem Masse durch das lange, zottige Haarkleid beeinträchtig. Die Vorderläufe sind säulenartig und, von vorne und von der Seite gesehen, gerade, parallel und senkrecht. Die Brust ist breit, was zu weit von einander entfernt, stämmig und frei beweglichen Gliedmassen führt. Die Gliedmasen sind fest mit dem Körper verbunden. Die Knochensubstanz ist kräftig und mächtig. Die Gelenke sind voluminös.
Schultern: Die Schulterblätter sind mässig schräg liegend. Die Schulterpartie befindet sich
vertikal über dem tiefsten Punkt der Brust.
Vorderpfoten:
Gross, stramm, mit eng anliegenden Zehen. Die Ballen sind schiefergrau, voll und gut gepolstert. Die krallen sind grau.

Hinterhand: Die Stellung der hinteren Gliedmassen unterstützt den Körper mit mässigen Winkelungen. In der Fortsetzung der mittellangen Kruppe sind breite und stark bemuskelte Gliedmassen erwünscht.
Oberschenkel: Kräftig bemuskelt, umfangreich.
Hinterpfoten: Länger als die Vorderpfoten, sonst gleich. Afterkrallen sind zu entfernen.

 

Gangwerk

Bewegung leicht, frei und gemessen. Der Schritt ist weit und raumgreifend.

 

Haut

Die Haut enthält viel Pigment und ist schiefergrau. Es ist vorteilhaft, wenn Zahnfleisch und Gaumen auch dunkel pigmentiert sind. Exemplare mit verminderter Pigmentierung und rosafarbener haut sind nicht erwünscht.

 

Haarkleid

Haar: Der ganze Körper ist mit langem Haar bedeckt. Das Haarkleid besteht aus einem derben Deckhaar und feiner unterwolle. Der Charakter des Haarkleides ist durch das Verhältnis des Deckhaares zur unterwolle bestimmt. Das zottigem zur Verfilzung neigende Haarkleid ist eine Grundforderung. Ein gleich dichtes, gewelltes, verschnürtes Haarkleid kommt aber auch vor. Die kleineren Haarbüschel sind wenig oder nicht filzig. Die Länge des Haarkleides ist an der Kruppe, in der Lendengegend und an der Hinterseite der Oberschenkel am längsten ( mind. 20 - 27 cm ), am Rücken, seitlich an der Brust und in der Schulterblattgegend mittellang ( mind. 15 - 22 cm ), an den Backen, Augenbrauenbogen, auf der Höhe des Kopfes, an den Ohren, am hals und an den Gliedmassen kürzer ( 10 - 18 cm ). An den Lefzen und unten an den Gliedmassen am kürzesten ( 9 - 11 cm ). Weder ausgekämmt noch völlig ungepflegte Haare sind erwünscht.

Farbe: elfenbeinfarbig

 

Grösse und Gewicht

Widerristhöhe: Rüde: mindestens 70 cm
Hündin: mindestens 65 cm
Gewicht: Rüde: 50 - 60 kg
Hündin: 40 - 50 kg

 

Die Rasse zeigt wenig Typfehler und ist in grossem Masse homogen, da sie von früher her immer mit dem gleichen Zuchtziel gezüchtet wurde.

 

Fehler

Jedes abweichen von den vorgenannten Punkten ist muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen soll.
Insbesondere:

Mangelhafte Pigmentierung an Nasenschwamm, Augen und Lidränder.

Lose Augenlider

Ringelrute

Ausschliessende Fehler:

- Schlaffer, muskelarmer Körperbau

Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss

Entropium, Ektropium

Aufrecht stehende, leichte Ohren

Kurze Rute ( 3 cm über dem Sprunggelenk )

Schwere Gliedmassen und Bewegungsfehler

Anders farbiges Haarkleid, mehrfarbiges Haarkleid

Von der unteren im Standard festgesetzen Grösse abweichend.

Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

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Grösse: Rüden min.65-80

50-60kg

Hündin min.50-70cm

40-50kg



Komondor