*Komondor*

 

Ungarische Rasse
FCI-Standard Nr. 53
 

 

Portrait / Standard / Züchter / Bilder

  Komondor
 

Rüden

Hündinnen

Grösse 75 - 80 cm
(min. 65)
60-70 cm
(min. 50)
Gewicht 50 - 60 kg 40 - 50 kg
Farben Ausschliesslich rein weiss
Haare bänder- oder plattenartig verfilzt
 

 

Der Komondor ist ein grossrahmiger, beschützender Hirtenhund von sehr ruhigem, würdevollem Benehmen, zäher Natur und robustem Charakter Misstrauisch gegen alles Fremde verteidigt er wenn nötig unerschrocken das ihm anvertraute Gut und Revier mittels meist lautlosem, verwegenem Angriff. Sein Körper ist nur wenig länger als hoch, mit einem kurzen Rücken und einer muskulösen, breiten Lendenpartie und Kruppe. Der breite, aber in gutem Ebenmass zum Rumpf stehende Kopf zeigt einen merklichen Stop, sitzt auf einem mittellan gen, muskulösen Hals und erhebt sich wie ein grosses Haarknäuel, worin die hängenden Ohren praktisch verschwinden, über die Rückenlinie. Nur die schwarze Nase, als Ausdruck der guten Pigmentierung, sticht daraus hervor Die dunkelbraunen Augen sind unter dem schützenden Haarschirm kaum je zu sehen. Die Rute ist tief angesetzt und soll nicht zu lustig getragen werden. Ganz eingehüllt in ein einzigartiges Haarkleid entziehen sich die einzelnen Körperpartien weitgehend einer gesonderten Betrachtung. Als Ausdruck eines korrekten Aufbaus sollte daher grosser Wert auf ein meist eher langsam und gravitätisch, aber doch locker und leicht, und wenn nötig explosiv und raumgreiffend. Er bellt nicht vie4 und wenn, dann sollte diese Warnung von Fremden ernstgenommen werden.

Der Komondor dürfte bereits seit weit mehr als tausend Jahren seine Dienste bei den grossen Herden der nomadisierenden asiatischen Vorfahren der heutigen Ungaren geleistet haben. Mit ihnen gelangte er auch um das Jahr 1000 ins Donaubecken, wo sich seine Stamm-heimat, erstmals 1544 schriftlich verbürgt, über die ganze Puszta zwischen Donau, Theiss und Karpaten erstreckte. Bereits 1767 in der heutigen Form beschrieben leistete er dort über Jahrhunderte zusammen mit den Pulis (richtige ungarische Mehrzahl Pulik und Komondorok) unersetzliche Dienste bei den Herden. Sein verfilztes Fell bot Schutz vor Kälte im Winter und Hitze im Sommer, aber auch gegen Verletzungen, sowohl durch die zu bewachenden Tiere (alle Nutztierrassen der Ungaren sind ausgesprochen wehrhaft und von heftigem Temperament!), als auch durch die damals noch vorhandenen vier-und zweibeinigen Räuber. Später blieb ihnen nur noch der Schutz der Gehöfte, was der Rasse während des 2. Weltkrieges auch fast zum Verhängnis geworden wäre. Die meisten wurden getötet, weil sie ihr Gebiet zu verteidigen suchten.
Erst in jüngster Zeit weiss man in den USA und Kanada die über viele, viele Generationen ererbten guten Eigenschaften des Komondors wieder sinnvoll zu nutzen. Keine andere Schutzmassnahme gegen Kojoten für frei weidende Schafherden kommt auch nur annähernd an die Effektivität eines guten, gut ausgebildeten, grossen Hirtenhundes heran. Und dies zahlt sich aus in Cents und Dollars...
Sein Aufgaben haben den Charakter des Komondors extrem geprägt. Er besitzt die Ruhe und Gelassenheit, vielleicht sogar Sturheit, Stunde um Stunde bei einer ihm anvertrauten Herde auszuharren. Er ist misstrauisch gegen alles Fremde, vorsichtig, und geht doch bei Bedarf sofort zum ernstgemeinten Angriff über. Da er allein bei der Herde arbeitet, ist er willens und fähig eigene Entscheidungen zu treffen. Diese trifft er weiterhin und es ist weise keinen unbedingten Gehorsam von ihm zu erwarten und zu verlangen.
Unabdingbare Voraussetzung für ein unproblematisches Zusammenleben mit ihm in unserem Umfeld ist eine gute Sozialisierung (Vorbedingung gute Aufzucht) mit viel Kontakt zur Umwelt. Die angeborenen Schärfe darf nicht etwa noch durch Schutzarbeit oder Zwingerhaltung gefördert werden. Auch so ist der normale Komondor bei sich zu Hause von jedem Fremden mit äusserster Vorsicht zu geniessen. Denn, wie ein alter ungarischer Komondorzüchter einmal gesagt hat: "Der Komondor ist auf keinen Fall aggressiv. Aber er ist sehr heissblütig." Zu seiner Familie, insbesondere zu Kindern, hat er dagegen vielleicht gerade wegen seiner Kraft und seines Selbstbewusstseins oft ein ausgesprochen enges Verhältnis.
Trotzdem ist es gut, wenn es ihm sein Heim erlaubt, sich öfters etwas zurückzuziehen und das Geschehen in seinem Revier ruhig zu verfolgen.
Die Fellpflege ist nicht, wie der Laie eventuell denken könnte, ein Buch mit sieben Siegeln. Sind die Zotteln erst einmal separiert, was bei manchen Individuen schon einen grösseren Aufwand erfordert, ist das Gröbste getan. Jeder Komondor kann mit relativ geringem Aufwand einigermassen sauber gehalten werden. Im schlimmsten Fall kann die Zottelpracht ja auch regelmässig etwas gestutzt werden. Allerdings ist er für Sauberkeitsfanatiker wirklich nicht zu empfehlen.
Letztlich entscheidend für den Entschluss mit einem Komondor zusammen zu leben, sollte sein einmaliger Charakter sein, und nicht sein Aussehen.

 

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